Die Tage sah ich, als ich mich mal wieder völlig entspannt und relaxt dem fernsehguckendem Nichtstun hingab, einen Bericht im TV der mir mal wieder zeigt wie heftig mich die Medien abgehärtet haben.
Es ging mal wieder um unser echt benötigtes Trinkwasser. Und den Wasserasseln darin. Die irgendwie in unser Leitungssysthem gelangten, dann sowas von keine Chance mehr haben in schnuckelige kleine Bäche oder sonstwo hin, wo es schön ist, zu gelangen und dann ihr klägliches Dasein kurz vor unseren Wasserhähnen fristen. Wovon wir ja bisher gar nix wussten und fröhlich unser Wasser schlabberten. Doch dank eines TV-Senders können wir uns nun gegenseitig darüber aufklären dass wir Gefangene haben, die in unseren Wasserleitung ihr Leben mittlerweile den Umständen prima angepasst haben. Sie ernähren sich von den zu Hauf vorhandenen BAKTERIEN (wie kommen die nur dort hin? hehe) am Rande der Leitungen und haben sich so gut ein gelebt dass sie sich munter und eifrig vermehren, natürlich auch da hin scheiden und mit absoluter Sicherheit aus scheiden. Das, was sie aus den Bakterien nicht brauchen.
Ein völlig autarker Lebensraum sind unsere Leitungen also.
Wieder so richtig erwischt hat es den Osten unseres Landes. Mittlerweile wundert man sich so langsam warum da überhaupt noch Menschen leben. Von 10 Berichten über unschöne Begebenheiten im Fernsehen betreffen mindestens 7 unseren Osten, 2, 5 das Ausland und der Rest ist der Westen Deutschlands. Hab ich jedenfalls den Eindruck. Ich weiß ja auch nicht was diese Berichte nun wirklich bezwecken. Aber ich habe mittlerweile ein großen Mitgefühl für die Bewohner des Ostens und halte sie für die stärksten und widerstandsfähigsten Menschen Deutschlands. Was die Ärmsten alles weg stecken müssen ist echt unglaublich. Nach den TV-Sendern, jedenfalls.
Okay, diesmal ging es also um Brandenburg und die kleine Viecher Seuche breitet sich auch munter gen Berlin aus *freundlichzujennynick* (hahahahahaha *fittfittfitt*). Und in einem Nebensatz wurde dann auch erwähnt (so leicht nuschelnd und kaum verständlich) dass es natürlich auch ganz Deutschland betrifft. Och! Da ist wohl nem Verantwortlichen das Selbe wie mir aufgefallen.
So weit, so gut.
Wir stellen fest: Da lebt was in unseren Wasserleitungen. 2 Rotten unangenehmer kleiner Viecher. Wir dürfen ja die Bakterien nicht vergessen.
Ich guckte also diesen Bericht und nun kommen meine Gedanken dazu:
- Och, die armen Biester! Sehen nie nen Fitzel Sonnenlicht und müssen sich recht einseitig ernähren. Ist das überhaupt gesund für sie?
- Wie kann ich die retten, die aus Versehen durch den Hahn purzeln? Den Heimweg über das Klärwerk überleben sie bestimmt nicht.
-Sollte ich mir ne schwarze Spüle kaufen. Die Verstorbenen verabschieden sich (laut TV) durch die Armatur. Sind helle Spülen da nicht etwas pietätlos?
- Wen interssiert das denn schon?
- Warum kommen um diese Zeit nicht schon die Zootiere?
- Ich sollte zum Mittagsschlaf den Fernseher aus lassen.
- Kann nicht endlich mal einer dafür sorgen dass die armen Nachbarn im Osten endlich gleichberechtigt sind?
- Los, schlaf!!!
Nun muss ich ja jeden Morgen mein Pilleken mit den Schilddrüsenzeug mit Wasser aus der Leitung runter spülen. Ich will jetzt mal nicht auf zählen wofür wir unser Leitungswasser noch alles brauchen. Ich sollte mich jetzt also wie Bolle ekeln und lieber (das ja auch nicht gesunde, wie wir durch die Medien wissen) Mineralwasser trinken.
Aber nee, ich bin ja mittlerweile abgebrüht und mein Maß an Ekel und Entsetzen bei TV-Berichten dieser Art ist echt überschritten.
Ich fülle seit dem also jeden Morgen mein Glas mit Wasser, begrüße freudig meine Pille, schaue noch mal wehmütig ins Glas und denke: "tut mir echt leid, Leute!" (es könnten ja welche drin sein) und spüle voll der Hoffnung auf die Wirkung der Tablette dieselbe runter. Samt aller eventuell darin enthaltenen Viecher. Die überleben meine Magensäure eh nicht.
Na? Ekelt sich jetzt wer? *giggel*