Dienstag, 3. März 2009

Voltigierübungen

Am Ende einer Voltigierstunden muss sich Kind für Kind mit dem Rücken auf das Pferd legen, die Beine über den Kopf schwingen und eine Rolle vom Pferd machen. Natürlich mit Hilfestellung. Meine Lütte wäre deshalb beinahe nach der ersten Stunde raus geflogen weil sie heulend davon zischte als sie hörte was sie machen sollte. Ihr großer Bruder, ein Held ohne Furcht und Tadel, hat es versucht. Leider ist er ein wenig steif in den Knochen. Aber immerhin, er ist irgendwie runter gekommen.

Ich führte dann ein ausführliches Gespräch mit meiner Kleinen über Voltigieren und Sport. Ihr Fazit: Ich will keinen Sport machen aber voltigieren. Nachdem ich ihr klar gemacht hatte dass sie dann aber nicht heulend durch die Gegend düsen dürfe sondern vernünftig sagen müsse dass sie sich so etwas noch nicht traut war alles klar. Bei der nächsten Stunde wollte sie die Rolle versuchen, wurde aber sicherheitshalber gar nicht dazu auf gefordert. Mein Sohn bekam mit viel Ächzen und Stöhnen die Füße (mit 2 Frauen zum Festhalten) über den Kopf geschwungen.
Meine Tochter beschwerte sich anschließend dass sie keine Rolle versuchen durfte.

Die dritte Stunde. Mein Mädel rannte sofort zur Trainern und erklärte dass sie auch rollen möchte. Zum Ende der Stunde legte sie sich aufs Pferd, schwang sauber die Beine über den Kopf und stand mit wenig Hilfestellung (meine Herren, der riesige Zosse und mein winziges Mädchen *schwitz*) auf dem Boden. Mein Süßer brachte eine Glanzleistung. Er hat es geschafft seitlich am Pferd, von 2 Frauen festgehalten, hängend eine Art Kopfstand zu machen und erst nach einem kräftigen Schupps der Trainerin klappten die Beine um. Ich lag fast vor Lachen auf dem Boden. Sah supergenial aus.

Ich beschloss dass wir die Rolle üben müssen. Leider haben wir kein Pferd oder ähnliches dafür im Haus. Also musste der Puck vom Sessel her halten. Gestern war große Übungsstunde. Die Kleine musste 3 mal versuchen und hatte den Bogen raus. Mein Sohn nährte sich mehr und mehr dem Können des Kopfstandes. Die Beine zappelten in der Luft, er traute sich nicht um zu klappen. Mein Mann hatte das Vergnügen, schon daheim zu sein und zugucken zu dürfen. Ich erkläte, die Lütte zeigte, der Junge bekam es nicht hin. Mittlerweile hatte selbst ich (theoretisch) begriffen wie man das machen muss.

Ich beschloss, es meinem Sohn zu zeigen.
Mein Mann flehte mich an dass lieber zu unterlassen, die Kinder guckten mich fassungslos und ungläubig an. Ich fühlte mich sehr alt und allein. Keiner glaubt an mich. So legte ich mich mit dem Rücken auf den Puck, fand alles recht unbequem und klein und fragte mich wie blöd ich eigentlich bin. Seit der Schwangerschaft mit der Lütten tun mir Hände und Arme weh, ich habe aufgegeben Handstand und Radschlagen zu üben und hab 15 Kilo zu genommen. Und nu so etwas. Aber man hat ja Stolz. Ich kniff also die Augen zusammen und wuppte die Beine durch die Luft, über die Rübe, Kinn an die Brust und "zack", ich hatte es geschafft. Wir staunten und wunderten uns alle zusammen. Ich muste es meinem Sohn noch mal zeigen. Dabei zehrte ich mir die Schulter. Mein Mann, was hämisch, wollte noch nicht mal massieren. Aber heute geht es der Schulter scho viel besser.
Mein Sohn kann es immer noch nicht.
Mein Mann wollte es nicht versuchen.
Die Lütte kugelt wie ein Ball über den Puck.
Ich will es nicht noch mal versuchen.

Ich setz mich lieber ans Fenster, schaue raus und
*werbungan*
warte auf meine Bestellung bei @Irishteddy`s, die ja bestimmt schon gepackt und auf den Weg zu mir ist.
Derweil empfehle ich natürlich allen Bastlern unbedingt mal dort vorbei zu schauen. Schließlich gibt es zur Eröffnung am letzten Sonntag ein tolles Angebot und ein Blogcandy. Da sollte man also zu schlagen und teil nehmen!
*werbungaus*