Dienstag, 18. November 2008

Mein Exchef sagte immer .........

Probleme sind dazu da aus der Welt geschaffen zu werden.
Ich bin der Meinung dass dieser Satz absolut korrekt in seiner Kürze ist, aber unheimlich schwer in der Umsetzung. Ja klar, es gibt diese kleinen Akutprobleme wie Wasserschäden, kaputte Autos oder abgeschnittene Haare. Bei denen MUSS man sofort regaieren und Lösungen finden. Doch dann gibt es dieses erdrückenden, in diesem Leben scheinbar nie zu lösenden Probleme. Diese echt harten Nüsse, die man nicht knacken kann. Das kann der Rosenkrieg sein, mit dem sich manches Paar getrennt hat und an dessen folgen beide Expartner noch leiden. dass kann ein behindertes Kind sein, das man ansieht und weiß man kann sich irgendwann nicht mehr darum kümmern. Es gibt viele anscheinden unlösbare Probleme. Für jeden Menschen auf dieser Welt mit Sicherheit nen ordentliches Säcklein voll für ihn ganz allein. Je älter manch einer wird, desto schwerer wird dieses Säcklein. Manche arrangieren sich, passen sich an und leben einfach problembelastet weiter. Manche finden keine Lösung und schleppen ihre Probleme ein Leben lang mit sich rum. Andere finden für alles eine Lösung und können nach einer harten Zeit ihr Leben genießen.

Ich wünsche mir für mich dass meine letzten Worte "Aber schön war es!" sein werden. Ich will diese Worte aus vollen Herzen und ohne Wenn und Aber ausprechen können. Ich möchte zum Ende alle mir gestellten Aufgaben und Probleme so gelöst haben dass ich einen Strich drunter ziehen kann und zum Ende nicht mehr grübeln muss was falsch und was richtig war. Ich möchte, dass ich zurück blicke und die Hügel und Berge zwar sehen, die sich mir im Leben in den Weg gestellt haben, doch sie sind begrünt, Blumen wachsen auf ihnen, die Sonne strahlt sie an und ich lächle dann zufrieden, sage: "Aber schön war es" und mache den Abgang.

Jetzt bin ich so ca. ziemlich in der Mitte meines Lebens. Laut Statistik. Wenn ich mich umdrehe, dann sehe ich schon manchen Hügel und auch 2 große Berge der Probleme in meinem Leben. Die Hügel sehen schon ganz nett aus. Mittlerweile haben sich schon Tiere darauf breit gemacht und es ist wirklich idyllisch dort. Der erste Problemberg ist schon mit Gras bewachsen. Ich bin mir sicher dass er noch rechtzeitig ein schöner Berg für mich wird, auf den ich zurücksehen kann. Der zweite Berg ist kahl. Und riesengroß. Er neigt schon dazu ein ganzes Gebirge zu werden. Bei diesem Berg kann ich mich selbst nicht mehr trösten mit den sinnigen Worten: "Man muss auch schlechte Zeiten im Leben haben damit man auch wirklich weiß wann es so richtig schön ist.". Dieser riesige Berg ist dabei mir alle Freude am Leben mächtig zu verderben. Nicht nur mir. Wenn es das nur wäre könnte ich mich mit Sicherheit damit arrangieren. Doch dieser Berg verdunkelt meinem Mann und meinen Kindern manchen Sonnentag. Eigentlich die meisten.

Jahrelang habe ich gejammert und geklagt. Ich glaube, all meine Kumpel können mittlerweile ein Lied im Canon darüber singen. Und für euch, meine Lieben, will ich nun erklären warum ich mich aus allem rausgezogen habe und quasi einen auf totes Nicy mache:

Eine Weile hat es mir echt geholfen mit euch zu reden und mich ab zu lenken. Doch eine Lösung fand ich so nicht. Denn die Lösung musste ja aus meinem Herzen kommen. Ich stellte also vor einiger Zeit schon fest dass ich euch benutze um nicht wirklich in mich gehen zu müssen. Ich konnte all das Vergnügen und den Spaß nicht von Herzen genießen. Ich bin wohl wirklich ein Problemlöser und kein Schieber. So oft hab ich mir gewünscht ein waschechter Schieber zu sein. Ich habe versucht auf die Zeit, die ja immer vergeht, zu bauen und zu warten.
Okay Mädels, ich habe die Lösung und bin in der Durchführung.
Gestern war das letzte Gespräch aller Beteiligten. Es war hart, anstrengend und hat viel Nerven gekostet. Nun brechen die letzten Wochen an und die werden noch viel schwerer als die Zeit nachdem ich beschloss und verkündete dass ein Ende herbei geführt werden muss.

Bis zum 19.12. wird meine Große zu ihrem Vater gezogen sein.
Es ist manchmal verdammt hart. Aufgeben sollte man ja eigentlich nicht im Leben. Doch seitdem mir bewusst gemacht wurde wie sehr sich Alex schon verändert hat, ich dann alle Kinder genauer beobachtete und sah dass auch Jule sich mehr und mehr verändert auch Anja nur selten richtig glücklich wirkt und wir Eltern eh schon seit Jahren mit den Nerven zu Fuß gehen war mir klar dass ich keine Jahre mehr habe. Nun haben wir hier also schon lange den Ausnahmezustand.

Mir geht es leer. Ich denke, ich habe ganz doll dicht gemacht um diese Zeit zu überstehen. Es ist kein schöner Gedanke ein Unbequemeskindabschieber zu sein. Es ist schrecklich sehen zu müssen wie dieses, mein erstgeborenes Kind, leidet. Doch ich weiß wie sehr sie es auspielt wenn ich ihr mein Mitleid zeige. Ich muss also erstmal tunlichst leer bleiben bis die Zeit diese Wunde zusammen genäht hat. Grade bei meinem Mamakind und mir!

Das Ganze verändert mich. Natürlich sind meine Grundeigenheiten noch da. Birgit, wenn du dies liest .................... du weißt ja am besten Bescheid. Ich komme schon wieder hoch!

Ja, ich war kurz davor mein eigenes Kind zu hassen. Weil sie über den Mann, den ich so sehr liebe und ihren Geschwistern so viel Leid gebracht hat. Sie ist kein böser Mensch. Sie ist das Produkt desTrennungskrieges ihrer Eltern. Sie ist noch zu jung und zu sehr mit sich selbst beschäftigt um sich die Folgen ihres Tuns verinnerlichen zu können. Viele Menschen können das ja noch nicht mal als Erwachsene.

Mir bleibt jetzt nur die Hoffnung dass sie irgendwann versteht warum ich diesen Schritt gehen musste.

Nun, wo ich einen Entschluss gefasst habe, mag ich nicht mehr darüber reden. Ich will mein Leben aufräumen, auskehren und dann diese Tür hinter mir schließen. Ja, ich will das Gras über die Sache wächst und auch dieser Berg irgendwann nicht mehr so abweisend und kahl in meinem Leben wirkt.

Jetzt wisst ihr also den Grund warum ich die Lust an vielen Dingen verloren habe. Ich weiß wirklich nicht ob diese Lust wieder kommen wird. Das Leben ändert sich halt stetig. Manchmal geht man eine Weile den Weg zusammen, dann trennen sich die Wege und es bleiben nur noch schöne Erinnerungen. Was in meinen Augen wirklich sehr viel wert ist.
Lange habe ich überlegt ob ich auch meinen Blog aufgeben soll.
Doch ich habe meinen Blog echt gerne. Auch schrieb ich schon immer gerne. Bis meine Händen son bisschen den Geist aufgaben und ich noch prima von Hand schreiben konnte, habe ich für alle 3 Kinder Tagebücher geschrieben.

Nur das Gefühl der Verpflichtung der Menschen gegenüber, die mich mögen, dass ist zur Zeit kaum für mich zu ertragen. Ich habe jetzt die große Pflicht mich selbst zu retten und nicht am Abschieben meines Kindes Zugrunde zu gehen. Weil, Herz und Verstand sind sich nicht immer einig.

Naja *lächel*, nun wisst ihr also warum ich nur eine einzige Freundschaft über nen viertel Jahrhundert halten konnte. Die Berge und Hügel meines Lebens beanspruchen mich halt nach der Überquerung und den Abhang hinuter so doll dass ich mich wohl um nichts anderes kümmern kann und ziemlich egoistisch werde. Als Trost: selbst meine Eltern sind dann außen vor. Was sehr weh tut, mich nicht grade als gute Tochter dastehen lässt.

Nun wisst ihr also warum ich mich so zurückziehe und nicht melde.