Donnerstag, 12. November 2009

St. Martin

Getreu dem Motto "Was sollen wir für jemanden betteln, der nur Zettel an die Kirchentür dengelte" sind wir gestern, bei dem richtigen Martin betteln gegangen. Schließlich ist es seine Geschichte, die unsere Nachbarn zum Teilen von Süßigkeiten (also erst kaufen und dann unter die klingelnden, singenden Kinder verteilen) anregen soll. Wenn man es ganz eng sieht, dann müssten beim anderen Martin ja auch einfach nur Thesenzettel verteilt werden.
Außerdem hatte ich vorgestern noch gar keine Laternen für die Kinder.
Mein Blondinenkumpel Michaela hat ja vorgestern auch noch angegeben und behauptet dass sie die Laternen vom letzten Jahr noch "irgendwo hat". Hehe
Gestern früh kam sie dann zum Basteln zu mir!
Nur die Schuliris, ein Musterbeispiel an Energie und Ordnung, hatte noch alle Laternen ihrer Kinder aus den vergangenen Jahren.

Ich war ja völlig ratlos was für Laternen ich machen sollte. Weil, zum groß Schneiden und Knicken hatte ich sowas von keine Lust. Da passte es sehr gut dass ich vorgestern zum Mittagsschläfchen im Vorbeizappen auf dem 1. eine nette Frau sah, die übergroße Glühbirnen zusammen dengelte. Das war leicht, ging schnell und man musste nur minimal schneiden. Prima Sache!
Leider wollte meine Lütte nicht mit ner Riesenglühbirne betteln gehen. Ich sollte mir gefälligst etwas anderes einfallen lassen. Hab ich!
Michaela war so begeistert dass ihr Lütter auch gleich eine davon haben sollte. Das ist (er ist ja grad mal erst gut 2 Jahre alt) die kleinere Laterne ganz reicht:


Die Kinder waren sehr zufrieden mit ihren Rudis und so stiefelten wir abends mit 7 Kindern, 3 Müttern, 2 Buggys und einem Hund los. Der Hund, den ich mal wieder hatte, war völlig irre weil sein Rudel einfach nicht zusammen blieb. chon vor Michaelas Tür hopste das Vieh hin, her, vor und zurück weil alles durcheinander wuselte. Aber ich war sehr aufmerksam und fiel nicht über die Leine. Wir wanderten von Tür zu Tür und Straße zu Straße bis wir Iris (deren Mann dann auch noch auftauchte um sich an den gröhlenden Kindern zu ergötzen) samt Familie vor deren Haustür abliefern konnten. Dann ging es den schnellsten Weg zurück zu Michaela. Aber immer mal noch hin und her über die Straße flitzend um alle restlichen Häuser noch mit zu nehmen.

Das letzte Mal musste die Straße überquert werden. Michaela schob den Buggy und beide riefen wir immer wieder dass die Kinder aufpassen sollten. Derweil wurde ich vom Hund in die eine Richtung gezogen und vom kleinen Lenni, den ich schnell noch am Arm gepackt hatte, in die andere. Spreizarmig sorgte ich dafür dass wir 3 einigermaßen gut über die Straße kamen. Sind wa auch. Aber es war dunkel. Und ich schaute ja nach links und rechts gleichzeitig. Und übersah vorne die Bordsteinkante. Dengelte volle Lotte mit dem Fuß dagegen. Sprang wie Rumpelstilzchen so lange rum bis die Schwerkraft mich massiv zu Boden zog. Dabei hielt ich noch tapfer die Lennihand so hoch wie möglich. Der fiel auch bedeutend weicher als ich und war gleich wieder auf den Beinen. Als Michaela dann noch völlig perplex fragte: "Was machst du denn da?" war es um mich geschehen. Schmerzgepeinigt wälzte ich mich laut lachend auf dem Boden. Ich kam kaum wieder hoch weil ich so lachen musste und mir die Kochen so weh taten. Zum Glück waren wir mit dem Auto da weil ich vorher noch beim Briefkasten vorbei bin! Ich hätte echt nicht mehr nach Hause laufen können!

Die Schmerzen haben schon ziemlich nach gelassen. Nur an einem Knie habe ich eine so große Beule dass sie beim ehen immer fröhlich rum wackelt. Ist nicht wirklich schmerzhaft aber echt unanagenehm.

Im Auto (in dem ich immer noch wild vor mich hin kicherte) habe ich übrigens noch Anpfiff ob meines Lachens von meiner Lütten bekommen. Sie hätte am liebsten geweint weil ihre Mana sich so doll weh getan hat.