Ja, ich bin der festen Überzeugung dass ich ihn verdiene!
Weil, man muss ja bedenken unter welchen Umständen ich das bisschen Physik, das ich beherrsche erlenen musste.
Das war damals so:
Unsere Schule bestand aus einem kleinen Hauptgebäude, der Turnhalle und mehreren "Pavillions" (Ja, genau solche wie der, der neulich erst in Liemke in der Grundschule fast zusammen gebrochen ist. Nur unsere hatten noch so viel gutes altes verseuchtes Zeugs in sich dass sie einfach stabiler waren *festüberzeugtbin*). In einem dieser Pavillions war der Physik-/ Chemieraum. Also so lange Tische mit Anschlüssen für Bunsenbrenner (fand ich voll spannend, durften wa abba nie ran) und was weiß ich nicht noch was. Schüler pflegen ja eh gerne hinten zu sitzen, aber beim Physikunterricht gab es ne wilde Drängelei um die letzten Plätze. Und das nicht nur um ungestört seiner Heimlichkeiten nachgehen zu können! Die Tafel hing zwischen 2 Türen. Eine Tür war der Fluchtweg nach draußen (alternativ auch die Fenster) und die andere führte in einem Raum, in dem die für uns hochexplosiven Chemikalien (und die Bunsenbrenner) standen. Unser Physiklehrer (nein, ich nenn seinen Namen nicht! Wir haben ihn damals nicht verpetzt und heute passiert das von mir auch nicht *g*) war eigentlich recht cool. Äußerlich jedenfalls. Ein ruhiger, unauffälliger Mann mit einen riesengroßen Laster: er rauchte Kette!
Der Gutste konnte es noch nicht mal von einer Pause zur anderen aushalten.
Aber auch schon damals wussten Lehrer dass es nicht gut ist vor Schülern zu rauchen. Das macht man besser versteckt in anderen Räumen. In unserem Physikunterichtfall also in der Chemikalienkammer.
Ich muss zugeben, der Physikunterricht hatte dadurch für uns eine völlig eigene Spannung. Was wussten wir schon über Physik, Chemie und all dem Krams? Was interessierte uns das?
Der Lehrer kam also in den Physik- /Chemieraum geschosssen, begrüßte uns kurz und schoss gleich weiter in den geheimnisvollen Raum! Wir alle nach hinten und ducken! Aus dem Raum kamen kurz darauf dicke Rauchschwaden und er kramte auch oft dabei. Wir schrieben mental unsere Testamente und hatten einen Heidenspaß dabei. Dann begann die Stunde. In der er bestimmt 3 mal im Gefahrenraum verschwand. Super spannend aber nicht wirklich lehrreich.
Meine weiteren Physikkenntnisse verdanke ich Murphey, der Sendung mit der Maus und Willi (von Willi wills wissen). Und heute konnte ich mein seidenens Unwissen endlich in der Praxis anwenden und mir so den verdienten Nobelpreis, den ich eh nie bekomme, erarbeiten:
Die Batterien vom Kinderklavier waren schon lange leer. Da der Papa den Wechsel immer vergaß habe ich mich gestern mit dem Schraubendreher bewaffnet und wollte den Austausch vollziehen. Doch ich musste feststellen dass die alten Batterien schon ausgelaufen waren. Sieht ja dann mal alles recht rostig aus. Den nächsten Arbeitsschritt verschob ich auf heute.
Auf dem Esszimmertisch sammelte ich mein Werkzeug:
Schraubendreher, Küchenrolle, Wattestäbchen, reiner Alkohol
Dann begann ich fein säuberlich die Batteriefächer zu reinigen. Ging auch gut. Das Wissen um die Wirkung von reinem Alkohol auf versiffte Elektrik habe ich nicht aus der Schule sondern von meinem Exmann. Ich tupfte und schubberte und alles wurde immer sauberer und grad beim letzten finalen Achtupfnochmaleinsdrauftupfer bricht mir doch glatt eine Feder ab! Mist!!!
Ich habe echt versucht ob das Klavier auch ohne diese pusselige Feder funktioniert. Aber nee, ging nicht.
Also habe ich alle Batterien in das Klavier gefuddelt, dann die Batterie ohne Feder leicht angehoben, den kümmerlichen Federrest mit dem Schraubendreher an seinen ursprünglichen Platz gefummelt (da war er nu natürlich zu kurz für) und dann hatte ich meinen Physik-blindes-huhn-findet-auch-mal-nen-korn-aha-einfall! Ich stocherte mit dem Schraubendreher in der kleinen Nische mit dem Federrest rum bis dieser Rest so zwischen Batterie und Metallnupsi verkantet war dass er sich nicht mehr rührte. Starttest beim Klavier: "Pling, Klimper, Plang".
Alles klar, wieder heile!
Nobelpreis her!!!!
