Wärend meine Schwester vom sonnigen Wolfrathshausen Richtung kaum sichtbare Berge fuhr sabbelte ich auch immer :" Wie müssen auf jeden Fall noch innen Schnee. Ich brauch Fotos mit den Kindern im Schnee!!!". Es dauerte auch nicht lange, da ging das Gequieke wegen des noch rum liegenden Schnees los. Und direkt an der Rodelbahn lag ein riesiger Schneehaufen den die Lütten, unter fleißiger Fotografiererei meinerseits, erkletterten. Beim Runterklettern hab ich brav die Cam an gelassen. Man weiß ja nie ob nicht doch einer aus rutscht und man die besten Fotos bekommt. Meine Schwester hat auch nicht wirklich deshalb geschimpft.
Nach der Fotosaission kletterten wir eine Holztreppe hoch und konnten den Berg sehen. Oh oh. Mit Sessellift *schwitz*. Meine kleine (in Wirklichkeit viel größere) Schwester hatte mich ja schon davor gewarnt. Von wegen "brandgefährlich; superhoch übern Boden und bloß nicht rein".
Wobei, sie neigt zum Dramatisieren. Der Sessellift sah gar nicht so gefährlich aus. Wir standen schließlich ne ganze Weile rum und starrten ihn an. Konnten dabei auch *staun* 3 Skifahrer gemütlich den Berg runter wedeln sehen. Ganz anders sah die Sache aus als wir mit ausgestrecktem Bobbes aufs Stühlchen warteten und in die Höhe blickten. Die Kinder waren gerecht aufgeteilt. Mein Sohn fuhr mit mir, die Lütte mit meiner großen (in Wirklichkeit genau so groß wie ich) Schwester. Die netten Aufpassmänner hatten den Lift gottseidank ganz langsam für uns gestellt. Es hat echt was für sich wenn man zu seiner Unkenntnis steht und wild schlottert. "Schwupp" saßen wir (für so etwas muss man nu so alt werden um es zu erleben) auf den Baumelstühlen und "zisch" ging die Fahrt los. Der Boden war aber echt gar nicht soooooo tief unten. Meistens. Mit geübten Blick habe ich sofort fest gestellt dass ein Sturz aus dem Lift nicht unbedingt gleich den sofortigen Tod zur Folge haben müsste. Dann machte ich den fatalen Fehler meinen fröhlich in alle Richtungen vor sich hin guckenden (ich konnte nur gradeaus gucken weil ich mich mit Händen und Zähnen an dem Bauchbügel festklammerte) zu fragen ob er mit den Füßen an den Fußbügel kommt. Sofort rutschte der Bengel *kreisch* nach unten weg um den Bügel zu suchen *schwitz*. Ich konnte ihn mit lautstarken Schimpfen noch vorm Absturz bewahren. Und hörte kurz darauf wie meine Schwester hinter uns zeterte: "NEIN! DAS MACHEN WIR AUF GAR KEINEN FALL!!!!". Meine Lütte wollte son bischen mit dem Teil schaukeln.
Ganz auf den Berg mussten wir zum Glück nicht. So auf halber Höhe stand ein Mann auf einer Plattform und ein Schild wies uns darauf hin dass wir dann da wären. Beim Sehen des Mannes fiel mir dann auch ein dass wir überhaupt keine Ahnung hatten wie man aus dem Liftbiest wieder raus kommt. Natürlich diskuttierte ich das auch mit meinem Sohn aus. Der brüllte auch sofort dem Mann zu: "Helfen Sie mir!". Ey! ICH war darauf gekommen dass wir ahnungslos waren!!! Also brüllte ich noch lauter: "NEIN! Helfen sie MIR!". Mein Sohn, nicht dumm, brüllte wieder: "Helfen sie bloß mir!!!!". Der Mann wanderte auf seiner Plattform hin und her. Je nachdem wer von uns grade um Hilfe brüllte. Kurz bevor wir angekommen waren fiel mir ein dass ich da mit MEINEM EINZIGEN SOHN um Hilfe stritt und brüllte: "Herrje, helfen sie ihm. Das ist mein Kind!" und beschloss heldenhaft ne Runde übern ganzen Berg zu drehen. Aber der Mann half (warum hat er nur so doll gegrinst?) uns beiden mit sicherer Hand. War auch gar nicht schlimm.
Ich bin ja sommerrodelbahnerfahren. Wehe es sagt jemand etwas gegen Fort Fun. Da isses echt klasse. Besonders wenn man eine von den kleinen Mäusehütten mietet und nen paar Tage dort ist. Ich liebe Fort Fun. Klein, überschaubar, freundliches Personal und überhaupt ............... die ham ne Sommerrrodelbahn! Nicht mit Lift! Und außerdem nehme ich jede Sommerrrodelbahn mit wenn ich in ihrer Nähe bin. Bisher alle ohne Lift!
Meine Schwester hat sich alles schön erklären lassen. Sicherheitshalber (ist ja schon 7 Jahre her dass ich das letzte mal sommerbahnrodelte) hörte ich aufmerksam zu.
Mein Sohn hat mir meine Hose total ein gedreckt als wir gleichzeitig in unseren Schlitten klettern wollten. Nach einem kleinen Durcheinander von Armen und Beinen saßen wir aber und konnten los düsen. Ich hatte gar nicht mehr in Erinnerung wie hubbelig die Übergänge der einzelnen Bahnteile waren. Ich hätte geschworen dass das in Fort Fun nicht so war.
Wir hubbelten also munter bergab und huiten uns durch jede Kurve. Dann kam ein Stück grade Strecke und wir blieben stehen. Nanu? Ich hatte echt nicht gebremst! Egal, ich hab uns weiter gezogen und bald schon huiten wir uns weiter bergab. Dann kam wieder ein grades Stück, ich drückte den Gas-Bremshebel ganz leicht nach vorne. Und schon bockte der olle Schlitten wie ein Rodeorind. Da zeigte sich dass mein Sohn ganz die Mutter ist. Wir wirbelten auf unserem Schlitten umher, schleuderten mit den Armen durch die Luft, brüllten und quiekten und hielten uns beide mit den Füßen am Schlitten fest. Wir blieben auf dem Schlitten *beckerfaust*! Nachdem wir uns neu sortiert hatten huiten wir mit schmerzenden Knochen weiter. Mein linkes Knie tut heute noch weh. Unten angekommen berichtete ich gleich von unserem Faststurz.
Dann warteten wir auf die anderen Beiden. Die, die direkt hinter uns gehuit hatten und zur Familie gehören. Wir guckten uns ausgiebig das Panorama an und warteten. Warteten. Warteten. Plötzlich entdeckte ich 2 kleine, sich bewegende Punkte am Berg. Einer davon ziemlich klein. Wir mussten noch ne ganze Weile warten bis die Punkte groß genug waren um mit ihnen reden zu können. Sie hatten sich auch munter, direkt hinter uns, durch die Kurven gehuit. Und hatten auch massive Schlittenbockprobleme an ziemlich der selben Stelle wie wir. Nur war ihr Schlitten schlauer als unserer gewesen. Denn wärend unser Schlitten uns seitlich aus der Bahn kippen wollte hat ihr Schlitten sich dazu entschlossen sie nach hinten ab zu werfen. Und das auch geschafft. Und dann wollte meine Tochter nicht mehr sommerodeln sondern lieber zu Fuß zurück gehen.
Ich muss jetzt nicht sagen dass ich mit dieser Sommerrodelbahn nicht mehr fahren möchte. Die ist doch wohl mehr etwas für bergerfahrene Sommerrodler. Aber ich habe nun eine große Sehnsucht nach Fort Fun *g*. Dort ist alles für Flachlandmenschen, die wir nun mal sind, angepasst.
